Fisch auf dem Teller - wieviel und woher?

Fisch in der modernen Ernährung ein wichtiger Bestandteil geworden. Kam noch vor etwa 20 Jahren Fisch nur bei speziellen Gelegenheiten auf den Tisch, wird heute von der SGE (Schweizerische Gesellschaft für Ernährung) empfohlen, 1-2mal pro Woche Fisch zu konsumieren. Der hohe Anteil an Omega3-Fettsäuren, vor allem in stark fetthaltigem Fisch, und das Bewusstsein für die gesundheitlichen Vorteile lässt Herrn und Frau Schweizer beim Wocheneinkauf immer häufiger zum Fischregal pilgern. Dass Fisch gesünder als manche Fleischsorte ist, weiss heute jeder. Doch immer häufiger ist von der Überfischung der Weltmeere, von unnötigem Beifang (z.B. Delfine, Meeresschildkröten) die Rede und es wird über gesundheitsschädigenden Einsatz von Mitteln in der Fischzucht debattiert. Welchen Fisch können und dürfen wir denn bedenkenlos essen?

Müssen wir uns entscheiden zwischen Gesundheit und Gewissen?

Monika Müller, dipl. Ernährungsberaterin HF, schreibt in einem Artikel in der “Sprechstunde”:

“Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Omega-3-Fettsäuren das Herzinfarktrisiko senken, einen positiven Einfluss auf entzündliche Krankheiten wie Arthritis haben und vorbeugend gegen einige Krebsarten wirken. Gerade infolge des Gehalts an den besonders herzschützenden Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure

(DHA) empfiehlt die amerikanische Herzgesellschaft ihrer Bevölkerung, mindestens zweimal pro Woche fetten Fisch zu essen. Diese Botschaft ist auch in der Schweiz angekommen: Fisch und Meeresfrüchte sind beliebt geworden. Doch unterdessen ist der Dorsch weltweit einer der vom Aussterben bedrohtesten Fische und bei der Frage nach der Herkunft des Egli im Seerestaurant antwortet das Servierpersonal leise: «Litauen.» Wir lesen über Rückstände von Antibiotika, Dioxin und anderer organischer Schadstoffe wie PCB in Zuchtfischen und über schwermetallbelastete Meerfische, die mit ihrem teilweise hohen Gehalt an Methylquecksilber die ganzen günstigen Auswirkungen der Omega-3-Fettsäuren zunichte machen. Was nun? DHA mit Methylquecksilber vom Thunfisch, bei dessen Fang auch gleich noch ein Delphin ums Leben kam? Guter Rat ist teuer.”

Der Verein “Konsum & Natur” über die verschiedenen Fisch-Angebote:

Meerfische (Wildfang)
Über ein Viertel der weltweiten Meeres-Fischgründe sind überfischt (sprich: ausgebeutet), drei Viertel ereilt in Bälde dasselbe Schicksal, wenn die Fischerei nicht massiv eingeschränkt wird. Die heutige Fischerei zerstört die Meeres-Ökosysteme in einem unglaublichen Tempo. Fischfressende Tiere wie Seehunde, Pinguine und Delphine leiden an Hunger. Der Fang von seltenen Arten wie Haifischen (insb. Dornhai), Blauflossenthunfisch und Stör hat bereits in vielen Teilen der Erde deren Ausrottung bewirkt. Besonders naturschädlich sind zudem die sogenannten Beifänge (Schildkröten, Delphine und andere nichtessbare Fische, die sich in den bis 60 km langen Schleppnetzen verfangen und leidvoll verenden). Einzig bei der Makrelenfischerei (mit Schleppnetzen) sind die Beifänge tief (3%, meist Hering und Stöcker).
Die Langleinenfischerei (hierbei werden an langen, hakenbesetzten Leinen Köder ausgelegt) bedroht in schwerster Weise die Vogelwelt: Jährlich ertrinken 300′000 Seevögel, welche die Köder fressen wollen. 26 Vogelarten sind durch die Langleinenfischerei vom Aussterben bedroht.

Meerfische (Zuchten)
Meerfische aus Zuchten sind nur wenig besser als wild gefangene, da die Fütterung der Zuchtfische oft mit gefangenem Fisch aus dem Meer erfolgt. In konventionellen Zuchten werden zudem umweltschädliche Insektizide gegen Fischparasiten (so etwa gegen See-Läuse in der Lachszucht) eingesetzt.

Süsswasserfische (Wildfang)
Süsswasserfische, insbesondere häufige Arten aus Westeuropa, sind in der Regel weniger problematisch. Häufige Arten: Egli, Felchen, Karpfen, Hecht, Wels, Weissfische (Schleie, Schwale, Brachsme). Seltene oder gefährdete Arten: Äsche, Seeforelle, Lachs (schwindende oder ausgestorbene Populationen wegen Überfischung, Gewässerverschmutzung und Blockierung der Fischwanderwege durch Flusskraftwerke).

Süsswasserfische (Zuchten)
Konventionelle Süsswasser-Fischzuchten verwenden oft Medikamente gegen Krankheiten und Pestizide gegen Parasiten. Edelfische wie Forellen müssen zum Teil mit tierischer Nahrung gemästet werden (Fisch oder Fleischabfälle). Die Zuchtbecken sind oft wenig naturnah. Viel naturverträglicher ist jedoch die Zucht von Karpfen, welche meist in naturnahen Teichen gemästet werden. Diese Teiche bieten zahlreichen Vögeln, Pflanzen und Insekten Lebensraum. In Südböhmen etwa leben in einer solchen Teichregion (Trebon) mehrere Hundert Fischotter und mehrere Paare des gefährdeten Seeadlers.
Hinweis betreffend Zuchtfische: Tierschutzprobleme, da oft viele Fische auf engem Raum gehalten werden. 

Schweizer Fisch – eine gute Alternative  

Die Zahlen zeigen es deutlich, der Konsum von Meerfisch aus Wildfang ist höchst bedenklich. Für die 37′000 Tonnen Fisch, die in der Schweiz im Jahr 2007 konsumiert wurden, mussten 140′000 Tonnen Meerestiere sterben. Solche Mengen an verschwendeten Ressourcen sind grösstenteils auf den Beifang zurückzuführen, der bei manchen Fischereien bis zu 90% beträgt.

Gefordert sind jetzt also die Schweizer Fischerei und Fischzucht. Gemäss Angaben der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE), dem Verein Konsum & Natur und dem WWF wäre der Konsum von Schweizer Fisch aus Wildfang oder aus Bio-Zuchten sowohl für die Gesundheit als auch für das Ökosystem empfehlenswert.

Fisch ist ein wertvolles Lebensmittel. Wenn wir entsprechend seinem Wert damit umgehen, können wir unseren Körper bereichern und als positiven Nebeneffekt das Gleichgewicht der Natur schützen.

Links zum Thema:
www.konsumundnatur.ch
www.wwf.ch
www.msc.org
www.fair-fish.ch
www.sf.tv/sf1/kassensturz 

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