Willkommen auf einem virtuellen Fleck Natur!

Der Inhalt dieser Plattform richtet sich an alle, die sich für eine Lebensweise im Einklang mit der Natur interessieren. Wir behandeln Themen rund um Natürlichkeit, Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft, Nahrungsproduktion und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur. Auch Tierschutz, artgerechte Tierhaltung und Arterhaltung finden hier Beachtung.

Interessierte sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Meinungen mit einzubringen.

Viel Freude wünscht nurnatuerlich.ch

Energie sparen dank Ruhe

Dass verschiedene Tierarten Winterschlaf halten, ist allgemein bekannt. Die Winterschläfer fressen sich im Herbst den Bauch voll, damit sie genügend Fettreserven haben, um die kalte Jahreszeit zu überleben. Wildtiere, die den Winter nicht schlafend verbringen können, benötigen andere Strategien, um zu überleben, besonders in einem harten Winter.

Biologen fanden heraus, dass Rothirsche, genau wie schlafend überwinternde Tiere, ihre Körpertemperatur senken können. Damit sparen sie Energie. Der Körper eines Hirsches kann an der Brust bis zu 15ºC und an den Beinen noch tiefer abkühlen. Vor allem wird diese Strategie angewandt, wenn die Fettreserven zum Ende des Winters aufgebraucht werden und gleichzeitig die Temperaturen sinken.

Komplett auf Sparflamme

Nicht nur die Körpertemperatur, sondern den ganzen Organismus drosselt das Rotwild im Winter. Wird das Futter knapp, verkleinert es den Magen. Einige Überlebenskünstler, beispielsweise die Murmeltiere, senken Pulsfrequenz und Körpertemperatur. Andere lassen sich einschneien und werden dadurch vom Schnee wärmeisoliert.

Mancherorts wird das Rotwild gefüttert, jedoch streitet man sich darüber, ob dies sinnvoll ist. Die Tiere können sich auch von Rinden gefällter Bäume, von Knospen, dürren Gräsern, Ästen und von der Rinde lebender Bäume ernähren. Doch will man auch die Waldflora schützen, deshalb wird in harten Wintern oft Heu zugefüttert. Der Fuchs hat es eher einfach. Er profitiert von Abfällen der Menschen und von in der Kälte verendeten Tieren, die er nicht extra jagen muss.

Die Überlebensmassnahmen unserer heimischen Wildtiere sind vielfältig. Trotzdem überstehen nicht alle den Winter. Man nennt das Sterben der schwächsten Tiere “natürliche Selektion.”

Aussterbende Schweizer Kuhrasse am anderen Ende der Welt wiedergefunden?

Die scheinbar ausgestorbene schwarz-weisse Freiburgerkuh könnte wieder aufgetaucht sein. Seit 1975 das letzte Exemplar der aus Gruyère stammenden Kühe geschlachtet wurde, hatte man wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen mit der Rasse. Bei der 1982 unter anderem aus diesem Grund gegründeten Stiftung ProSpecieRara wollte man aber nicht aufgeben, “Verwandte” zu finden.

Das Einkreuzen der grösseren und leistungsfähigeren, ebenfalls schwarz-weiss gefleckten  Holsteinkühe in die alte Schweizer Rasse bekam damals die Freiburger Bevölkerung nicht mit. So ging die kulturelle Identifikation des Kantons Freiburg unbemerkt in eine neue Rasse über.

Verblüffende Ähnlichkeit einer Kuhrasse im chilenischen Patagonien

Als der pensionierte Ökonom Roger Pasquier aus Bulle 2005 und 2007 den Süden Patagoniens bereiste, um die Spuren seiner um 1880 ausgewanderten Vorfahren zu verfolgen, traf er auf Kühe, die der aus seiner Jugend bekannten Rasse stark ähnelten. Er erinnerte sich, wie auf dem Hof seines Grossvaters genau solche grob schwarz-weiss gezeichnete, gedrungene, muskulöse Kühe mit trichterförmigem Euter gemolken hatte.

Mit dieser Entdeckung beschäftigt sich ProSpecieRara seit dem Frühling 2008 mit dem Thema. Aufmerksam wurde die Stiftung durch das Bekanntwerden der Recherchen von Annick Monod von der westschweizer Zeitung “La Liberté.”

Eine Exportstatistik belegt, dass zu dieser Zeit Freiburger Fleckvieh nach Chile exportiert wurde. Um aber feststellen zu können, ob die in Patagonien entdeckte Kuhrasse tatsächlich Schweizer Abstammung ist, forscht ProSpecieRara zusammen mit der Landwirtschaftlichen Hochschule Zollikofen und der Universität Bern und sucht nach “Beweismaterial” für die Weiterexistenz der Freiburgerkuh. Anhand von Blutproben versucht man Nachweise zu erbringen. Leider gibt es kein Referenzerbgut der ehemaligen Freiburgerkuh mehr, um die Proben damit zu vergleichen. Nun sucht man Hörner, Knochen, Haut und Fell von Kühen aus der Zeit vor 1970.

Macht eine Wiederansiedelung der Rasse Sinn?

ProSpecieRara befürwortet eindeutig die genetische Rekonstruktion der verschwundenen Viehrasse. Aufgetauchte Spermaproben aus den frühen 80er Jahren vom Stier “Benz” aus dem wohl letzten Freiburgerkuh-Betrieb mit grossen Anteil Freiburgerkuh-Genetik machen Hoffnung, dass mit den in Chile entdeckten Kühen zusammen die Freiburger Kuh wieder aufleben kann.

Mehr als nur Genetik
Die Rettung von verloren gegangener Genetik ist ein zentrales Ziel. Wertvoll ist aber auch das mit den traditionellen Kühen verbundene Kulturgut. Das ursprüngliche Schwarzfleckvieh, ein eigentlicher Sympathieträger und Wappentier eines ganzen Kantones gilt seit über 30 Jahren als ausgestorben. Dass eine der bekanntesten Schweizer Kuhrassen wieder lebendig auf die Weiden des Freiburgelandes zurückkehren könnte, ist eine grosse Motivation für das Projektteam.

 Über die erste Expedition zu den Freiburgerkühen in Chile können weitere Informationen abgerufen werden: http://www.prospecierara.ch/Generator.aspx?tabindex=9&tabid=898&palias=default

Fisch auf dem Teller - wieviel und woher?

Fisch in der modernen Ernährung ein wichtiger Bestandteil geworden. Kam noch vor etwa 20 Jahren Fisch nur bei speziellen Gelegenheiten auf den Tisch, wird heute von der SGE (Schweizerische Gesellschaft für Ernährung) empfohlen, 1-2mal pro Woche Fisch zu konsumieren. Der hohe Anteil an Omega3-Fettsäuren, vor allem in stark fetthaltigem Fisch, und das Bewusstsein für die gesundheitlichen Vorteile lässt Herrn und Frau Schweizer beim Wocheneinkauf immer häufiger zum Fischregal pilgern. Dass Fisch gesünder als manche Fleischsorte ist, weiss heute jeder. Doch immer häufiger ist von der Überfischung der Weltmeere, von unnötigem Beifang (z.B. Delfine, Meeresschildkröten) die Rede und es wird über gesundheitsschädigenden Einsatz von Mitteln in der Fischzucht debattiert. Welchen Fisch können und dürfen wir denn bedenkenlos essen?

Müssen wir uns entscheiden zwischen Gesundheit und Gewissen?

Monika Müller, dipl. Ernährungsberaterin HF, schreibt in einem Artikel in der “Sprechstunde”:

“Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Omega-3-Fettsäuren das Herzinfarktrisiko senken, einen positiven Einfluss auf entzündliche Krankheiten wie Arthritis haben und vorbeugend gegen einige Krebsarten wirken. Gerade infolge des Gehalts an den besonders herzschützenden Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure

(DHA) empfiehlt die amerikanische Herzgesellschaft ihrer Bevölkerung, mindestens zweimal pro Woche fetten Fisch zu essen. Diese Botschaft ist auch in der Schweiz angekommen: Fisch und Meeresfrüchte sind beliebt geworden. Doch unterdessen ist der Dorsch weltweit einer der vom Aussterben bedrohtesten Fische und bei der Frage nach der Herkunft des Egli im Seerestaurant antwortet das Servierpersonal leise: «Litauen.» Wir lesen über Rückstände von Antibiotika, Dioxin und anderer organischer Schadstoffe wie PCB in Zuchtfischen und über schwermetallbelastete Meerfische, die mit ihrem teilweise hohen Gehalt an Methylquecksilber die ganzen günstigen Auswirkungen der Omega-3-Fettsäuren zunichte machen. Was nun? DHA mit Methylquecksilber vom Thunfisch, bei dessen Fang auch gleich noch ein Delphin ums Leben kam? Guter Rat ist teuer.”

Der Verein “Konsum & Natur” über die verschiedenen Fisch-Angebote:

Meerfische (Wildfang)
Über ein Viertel der weltweiten Meeres-Fischgründe sind überfischt (sprich: ausgebeutet), drei Viertel ereilt in Bälde dasselbe Schicksal, wenn die Fischerei nicht massiv eingeschränkt wird. Die heutige Fischerei zerstört die Meeres-Ökosysteme in einem unglaublichen Tempo. Fischfressende Tiere wie Seehunde, Pinguine und Delphine leiden an Hunger. Der Fang von seltenen Arten wie Haifischen (insb. Dornhai), Blauflossenthunfisch und Stör hat bereits in vielen Teilen der Erde deren Ausrottung bewirkt. Besonders naturschädlich sind zudem die sogenannten Beifänge (Schildkröten, Delphine und andere nichtessbare Fische, die sich in den bis 60 km langen Schleppnetzen verfangen und leidvoll verenden). Einzig bei der Makrelenfischerei (mit Schleppnetzen) sind die Beifänge tief (3%, meist Hering und Stöcker).
Die Langleinenfischerei (hierbei werden an langen, hakenbesetzten Leinen Köder ausgelegt) bedroht in schwerster Weise die Vogelwelt: Jährlich ertrinken 300′000 Seevögel, welche die Köder fressen wollen. 26 Vogelarten sind durch die Langleinenfischerei vom Aussterben bedroht.

Meerfische (Zuchten)
Meerfische aus Zuchten sind nur wenig besser als wild gefangene, da die Fütterung der Zuchtfische oft mit gefangenem Fisch aus dem Meer erfolgt. In konventionellen Zuchten werden zudem umweltschädliche Insektizide gegen Fischparasiten (so etwa gegen See-Läuse in der Lachszucht) eingesetzt.

Süsswasserfische (Wildfang)
Süsswasserfische, insbesondere häufige Arten aus Westeuropa, sind in der Regel weniger problematisch. Häufige Arten: Egli, Felchen, Karpfen, Hecht, Wels, Weissfische (Schleie, Schwale, Brachsme). Seltene oder gefährdete Arten: Äsche, Seeforelle, Lachs (schwindende oder ausgestorbene Populationen wegen Überfischung, Gewässerverschmutzung und Blockierung der Fischwanderwege durch Flusskraftwerke).

Süsswasserfische (Zuchten)
Konventionelle Süsswasser-Fischzuchten verwenden oft Medikamente gegen Krankheiten und Pestizide gegen Parasiten. Edelfische wie Forellen müssen zum Teil mit tierischer Nahrung gemästet werden (Fisch oder Fleischabfälle). Die Zuchtbecken sind oft wenig naturnah. Viel naturverträglicher ist jedoch die Zucht von Karpfen, welche meist in naturnahen Teichen gemästet werden. Diese Teiche bieten zahlreichen Vögeln, Pflanzen und Insekten Lebensraum. In Südböhmen etwa leben in einer solchen Teichregion (Trebon) mehrere Hundert Fischotter und mehrere Paare des gefährdeten Seeadlers.
Hinweis betreffend Zuchtfische: Tierschutzprobleme, da oft viele Fische auf engem Raum gehalten werden. 

Schweizer Fisch – eine gute Alternative  

Die Zahlen zeigen es deutlich, der Konsum von Meerfisch aus Wildfang ist höchst bedenklich. Für die 37′000 Tonnen Fisch, die in der Schweiz im Jahr 2007 konsumiert wurden, mussten 140′000 Tonnen Meerestiere sterben. Solche Mengen an verschwendeten Ressourcen sind grösstenteils auf den Beifang zurückzuführen, der bei manchen Fischereien bis zu 90% beträgt.

Gefordert sind jetzt also die Schweizer Fischerei und Fischzucht. Gemäss Angaben der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE), dem Verein Konsum & Natur und dem WWF wäre der Konsum von Schweizer Fisch aus Wildfang oder aus Bio-Zuchten sowohl für die Gesundheit als auch für das Ökosystem empfehlenswert.

Fisch ist ein wertvolles Lebensmittel. Wenn wir entsprechend seinem Wert damit umgehen, können wir unseren Körper bereichern und als positiven Nebeneffekt das Gleichgewicht der Natur schützen.

Links zum Thema:
www.konsumundnatur.ch
www.wwf.ch
www.msc.org
www.fair-fish.ch
www.sf.tv/sf1/kassensturz 

Liebeshormon Oxytocin - wer mit seinem Hund spielt, hat es im Blut

Warum ist der Hund der beste Freund des Menschen? Warum machen Haustiere glücklich? Warum sind Tierhalter psychisch stabiler und physisch gesünder? Die Antwort auf all diese Fragen könnte ein Liebeshormon sein. Die Fachzeitschrift “New Scientist” berichtete darüber.

Japanische Forscher haben bei einem Experiment feststellen können, dass Hundehalter, die sich mit ihrem Tier oft und intensiv beschäftigen, von vielfältigen positiven Effekten ihrer Mensch-Tier-Beziehung profitieren. Ein Effekt ist die Ausschüttung des Liebeshormons Oxytocin. Der Botenstoff wird normalerweise mit Liebe, Treue und Mutter-Kind-Beziehung assoziiert. Die höchsten im menschlichen Urin bestimmten Werte hatten Hundebesitzer, die im Spiel den meisten Blickkontakt pflegten. Die 55 Testpersonen gaben sich bei der Befragung auch zufriedener mit der  Beziehung zu ihrem Tier als andere, die weniger Blickkontakt pflegen. Offenbar leben Mensch-Tier-Beziehungen genauso wie Mensch-Mensch-Beziehungen von Blicken und Gesten der Zuwendung. Reinhold Bergler, Professor an der Universität Bonn erklärt: „Wie unter Menschen ist auch hier gestörter Blickkontakt ein Zeichen für fehlende Beziehungsqualität.“

Dass das Halten von Haustieren positive Auswirkungen auf unser Gemüt hat, ist allgemein bekannt. Menschen, die sich einsam fühlen, wie etwa Scheidungskinder, Menschen mit Behinderung oder Senioren im Heim, finden in einem Haustier teilweise Mensch-Ersatz. Gefühle wie Zärtlichkeit und Geborgenheit können durch die Beziehung zu einem Tier bis zu einem gewissen Punkt ausgeglichen werden.

Bergler sieht als wichtigste Bedingung für das Gelingen einer Mensch-Tier-Beziehung das Eingehen auf die Bedürfnisse des Tieres. Ein Hund beispielsweise benötigt nicht nur regelmässige Spaziergänge, sondern auch geistige Beschäftigung im Spiel. Er soll Aufgaben haben, wie das Suchen eines Gegenstandes, Apportieren oder kleine Kunststücke lernen. Ein Mensch soll sich genügend Zeit für diese Bedürfnisse, so wie für eine Artgerechte Haltung und Pflege seines Tieres nehmen. Wer ein Tier nur für seine eigenen Zwecke, seine eigenen Glücksgefühle halte, betreibe Tierquälerei, so Bergler.

Bei Tiergerechter Haltung und viel gemeinsam verbrachter Zeit profitieren also Mensch und Tier gleichermassen von der Beziehung. Das Tier bekommt die benötigte Zuwendung und Aufmerksamkeit und der Mensch zusätzlich das Liebes- und Bindungshormon, das bekanntlich für Wohlbefinden sorgt. Der Studienleiter Takefumi Kikusui vermutet: “Vielleicht haben Hunde und Menschen gleiche soziale Codes wie den Augenkontakt und Handgesten entwickelt.” Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum der Hund seit seiner Domestikation so einfach gelernt hat, sich dem Menschen anzupassen.

Werbeschwindel Fruchtzucker - Zuviel davon schafft neue Probleme

Ein Artikel aus der Sendung “Puls” – www.sf.tv

Frucht und Traubenzucker Etikette

Fruchtzucker schädlicher als weisser Zucker?

Sie suggerieren Natürlichkeit und Gesundheit dank Fruchtzucker (Fruktose): Wellnessgetränke, Joghurts, Müesli, Müesliriegel, Diätprodukte und Kinderschleckereien.
Doch es gibt immer mehr Hinweise, dass Fruktose in hohen Mengen gesundheitliche Schäden verursachen kann. Zahlreiche Studien zeigen, dass weisser Zucker nicht einfach durch Fruchtzucker ersetzt werden sollte.

Fruktose macht dick
Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam fütterten acht Wochen lang Mäuse mit Softdrinks mit normalem Haushaltszucker. Eine andere Gruppe erhielt reine Fruktose-Lösung. Die Mäuse mit der Fruktose-Lösung setzten zehn Prozent mehr Fett an. Sie tranken viel mehr als die anderen. Als Grund vermuten die Forscher: Fruchtzucker löst im Gegensatz zu Traubenzucker keine Insulin-Ausschüttung aus. Insulin aber löst im Gehirn ein Sättigungsgefühl aus. Fehlt dieses Signal, wird einfach weiter gegessen. Uebergewicht ist die logische Konsequenz. Ausserdem hatten die Mäuse im Potsdamer Versuch eine Fettleber bekommen.

Fruktose macht Gicht
Fruktose ist der einzige Zucker, der die Harnsäure ansteigen lässt. Und erhöht damit das Risiko für Gicht und Nierensteine. Möglicherweise auch für Bluthochdruck und Arteriosklerose und das sogenannte metabolische Syndrom (Übergewicht, Neigung zu Altersdiabetes und Störungen des Fettstoffwechsels)

Fruktose verschlechtert die Blutfette
Neueste Forschungen an jungen, gesunden Menschen zeigen: Je höher der Fruchtzuckerkonsum, desto grösser die Zahl von kleinen LDL-Partikeln (”schlechtes” Cholesterin) im Blut. Gleichzeitig sinkt das “gute” Cholesterin HDL. Eine solche Veränderung der Blutfette erhöht langfristig das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten.

Fruchtzucker Bestandteil des Haushaltszuckers
Was viele nicht wissen: Fruchtzucker ist nicht nur der Zucker aus Früchten. Fruchtzucker ist auch Bestandteil des normalen weissen Haushaltszuckers. Dieser besteht je zur Hälfte aus Traubenzucker und Fruchtzucker.

Schlechtere Verwertung
Der menschliche Körper kann den Furchtzucker schlechter verwerten als den Traubenzucker. Während Traubenzucker als Energielieferant für den Betrieb von Muskeln und Gehirn sorgt, wird Fruktose in der Leber zu Glukose oder Fetten umgebaut. Was zu viel rein kommt, setzt die Leber teilweise direkt in Fett um. Was wiederum zur Erhöhung der Blutfette führt, vor allem der Triglyzeride führt.

Deklaration
Bei vielen Lebensmitteln ist es nämlich schwierig, auf Grund der Inhaltsangaben den genauen Fruktose-Anteil herauszulesen. In der Schweiz muss gesetzlich nur die Zugabe von reinem Fruchtzucker deklariert werden. Dieser wird chemisch hergestellt, aus Haushaltszucker gewonnen und industriell aus Mais produziert. Wieviel Fruchtzucker ein Liter Apfelsaft enthält, wieviel ein mit Fruchtsäften gesüsstes Lebensmittel, das bleibt dem Konsumenten verborgen.

Gesundes Mass
Das heisst jetzt aber nicht, dass man kein Obst und Gemüse mehr essen sollte. Im Gegenteil: Der Apfel zwischendurch bleibt wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. “Die Konzentration des Fruchtzuckers in Früchten ist zu gering, um die Gesundheit zu gefährden,” sagt David Fäh vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin in Zürich. Wer isst schon mehr als zehn Aepfel pro Tag? So viel müsste man zu sich nehmen um die kritische Menge Fruchtzucker zu erreichen.

Wieviel Fruchtzucker ist gesund?
Auch wenn sich keine genaue Risiko-Menge festlegen lässt, raten Ernährungsexperten zu Zurückhaltung: Mehr als 50 Gramm Fruchtzucker pro Tag sollte man nicht zu sich nehmen. “Auffällige Veränderungen der Blutfette haben wir bei gesunden jungen Männern ab einer Menge von täglich 1,5 Gramm Fruktose pro kg Körpergewicht festgestellt,” erklärt Fäh. Bei einem 70-Kilogramm schweren Mann entspricht das 100 Gramm Fruktose pro Tag. Mit zwei Litern Süssgetränken ist das bereits erreicht. Auch gewisse aromatisierte Tafelwasser enthalten bis zu 45g Fruktose pro Liter. Das entspricht zirka dem Fruchtzuckergehalt von zehn Orangen oder sieben Äpfeln.

Fazit
Verteufeln wollen die Ernährungsexperten die Fruktose trotzdem keineswegs. Wie überall geht’s ums richtige Mass. Zuviel ist ungesund. Und das gilt für Fruchtzucker noch mehr als für Haushaltszucker.

Fruktose-Gehalt einzelner Lebensmittel, pro 100 g

Diabetikerschokolade 55 g
Honig 36
Rosinen 33
Aepfel getrocknet 30
Banane getrocknet 11
Diät-Konfitüre/Marmelade 11
Frucht-Honig-Riegel 10
Weintrauben 8
Traubensaft 7
Mango 7
Birne 7
Diäterdbeerjoghurt 6
Cornflakes mit Zucker/Honig 6
Apfelsaft 6
Apfel/Kernobst 6
Müesli mit Milch, Zucker und Obst 5
Limonaden 5
Zitrusfrüchte 4
Orangensaft 4
Mineral mit Geschmack (Nearwater-Produkte) 1-4

Links:
Externer Link http://www.fructose.at/pdf/booklets/fructose_tabelle.pdf

Experte im Beitrag und im Studio
Dr. med. Kaspar Berneis
Universitätsspital Zürich
Klinik für Endokrinologie, Diabetologie & klinische Ernährung
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Telefonexpertinnen
Brigitte Singer
Ernährungsberaterin
Universitätsspital Zürich
Klinik für Endokrinologie, Diabetologie & klinische Ernährung
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Miecke Jacobs
Ernährungsberaterin
Universitätsspital Zürich
Klinik für Endokrinologie, Diabetologie & klinische Ernährung
Rämistrasse 100
8091 Zürich

Andrea Schmid
dipl. Ernährungsberaterin HF
Ernährungsberatung/Marketing Services
Oswald Nahrungsmittel GmbH
Hinterbergstrasse 30
6312 Steinhausen/Zug

Martina Ammann
dipl. Ernährungsberaterin HF
Oswald Nahrungsmittel GmbH
Hinterbergstrasse 30
6312 Steinhausen/Zug